Das unterwegs sein mit unseren Zwergen macht uns auch zum Bodyguard der Kleinen... auch wenn es 10 Jahre "gut" gegangen ist, ein einziges Mal bei dem es schief geht reicht für ein echtes Trauma beim Zweibeiner und auch beim Vierbeiner - sofern er solchen Angriff überlebt...
Manchmal kann man so ein Desaster durch das erkennen und vermeiden gewisser Situationen verhindern ... deshalb hab ich unsere Erfahrungen dazu mal aufgeschrieben
Habe in den letzten 50 Jahren immer mit Hunden zusammen gelebt - das dabei überwiegend mit kleinen Fellnasen (Yorkies, Chis, kleine Mischlinge). Habe mit viel Glück schon einige Angriffe grosser Hunde abwehren können. Auch als Forenbetreuerin und in meiner ehrenamtlichen Unterstützung im Tierschutz höre und begleite ich viele von großen Hunden angegriffene Zwerge.
Leider sind 2 unserer handaufgezogenen Yorkies damals an der Leine tot gebissen worden....dies deshalb da die sie in diesem Moment an der Leine führenden Menschen die Situation in der Begegnung mit dem anderen Hund als harmlos eingeschätzt haben da sie einfach nicht um die solche Angriffe begleitenden Umstände wussten.
Wenn ich also dazu gefragt werde was denn bei den Chis besonders zu beachten ist, ist mir ein wichtiges Anliegen des Themas "Schutz vor Angriffen grosser Hunde".
Oftmals begegnet mir dann der zweifelnde Blick oder die Aussage, mir ist da noch nie was mit meinen Zwergen passiert, bis es dann eben doch passiert.
Wenn wir mit unseren 2-3 kg Zwergen unterwegs sind sind wir nicht nur Herrchen/ Frauchen sondern auch ihr Bodyguard!
Ich sehe so oft Situationen in denen die Halter von Zwergen wie Chis sorglos / aus Unwissenheit ihren Liebling Situationen aussetzen, in denen viele andere Zwerge schon haben ihr Leben lassen müssen.
Natürlich gibt es nicht "die" 1000%ige Vorsorge und natürlich gibt es auch immer nicht vorhersehbare plötzliche Situationen (wie zum Beispiel ein ohne Vorwarnung durch ein angelehntes Hoftor oder durch eine Buschhecke heranstürzender großer Hund) in denen man nur noch mit viel Glück seinen Chi auf dem Arm retten kann....und manchmal eben nichts mehr tun kann um seinen Liebling zu retten.
Möchte die Chi Halter, die vielleicht zum ersten Mal einen Zwerg betreuen aber auch die die bisher einfach nur das Glück hatten einen Angriff bisher nicht erlebt zu haben auf Situationen hinweisen, bei denen es nach unserer Erfahrung für die Chis und alle Zwerge auf Pfötchen schnell lebensgefährlich wird.
Dabei ist es wichtig zu wissen wie schnell die Zwerge von großen Hunden in Sekunden getötet werden:
Erstmal im Maul des Angreifers werden sie heftig und damit oft sofort tot geschüttelt..vielen wird so in Sekunden das Genick gebrochen, andere werden durch das schütteln so schwer verletzt dass sie nicht zu retten sind.
Unser Schufti, der zweite unserer handaufgezogenen Yorkies der tot gebissen wurde starb so, ebenfalls neben der die ihn an der Leine hielt ohne Anlass geschnappt und mit heftigen schütteln das Genick gebrochen, er war sofort tot.
Ist der Chihuahua erstmal im Maul des Angreifers bleibt nur noch der Versuch den Kopf des Angreifers so festzuhalten, dass er den Chi im Maul nicht schütteln kann....solange bis er den Chi loslässt.
Und ja das geht! Gerade vor kurzem hat eine unserer löwenmutigen ChiMums sich auf den Angreifer gestürzt und seinen Kopf so festgehalten, dass ihr Chi in seinem Maul nicht geschüttelt werden konnte und nur deshalb überlebte!
Aber auch dabei war natürlich das kleine bisschen Glück im Spiel damit es nicht zu schlimmsten kommt...hätte der Angreifer mit dem Chi weglaufen können wäre es passiert gewesen..
Einmal heftig schütteln reicht um das Genick zu brechen oderso schwere innere Verletzungen zu verursachen dass nicht mehr zu helfen ist.
Unsere Chihuahuas scheinen aufgrund ihrer Größe und Bewegung eine Art Beutereflex auszulösen, viele werden angegriffen auch wenn sie nicht bellen oder knurren und einfach nur an der Leine gehen oder stehen.
Folgende Situationen werden nach unserer Erfahrung schnell gefährlich:
1.)"Schnuppern / begrüßen" oder direkt an einem größeren Hund vorbei gehen lassen - auch an der Leine:
Ein Sprung nach vorne/ zur Seite und der Chi ist im Fang des großen Hundes und wird in Sekunden tot geschüttelt. Und nein, viele große Hunde kündigen ihren Angriff nicht durch Vorwarnung an!
Unser Sascha wurde durch einen schon fast vorbeigegangenen Hund in der Fußgängerzone an der Leine getötet.
Wir halten größten Abstand zu entgegen kommenden großen Hunden und es gibt auch kein beschnüffeln oder begrüßen an der Leine...frei laufen lassen wir die Chis nur da wo wir weithin sehen können.
Wir lassen unsere Chis auch nicht weit vor oder hinter uns laufen um noch eingreifen zu können wenn ein unangeleinter Hund angerannt kommt....steht der erstmal über unserem Zwerg kann es schon zu spät sein...
2.) Den Chi im Restaurant, in der Fußgängerzone, in Parkhäusern/ Parkplätzen auf dem Boden lassen oder in Parks/Wäldern an Kreuzungen vor/hinterher laufen lassen, obwohl man drumherum nicht sehen kann ob weitere Hunde in der Nähe sind.
Auch hierzu haben wir traurige Beispiele: Meiner Kollegin wurde ihr Yorkie in einem Lokal tot gebissen, als sie ihn an ihrem Tisch angekommen für einen Moment auf den Boden setzte um ihre Jacke auszuziehen.... unter dem Nachbartisch schoss an langer Leine ein großer Hund hervor, der den Kleinen in Sekunden tötete.
Und eine Kundin unserer Züchterin verlor gleich 2 Chihuahuas an einem Tag als sie den ersten ihrer 3 an der offenen Autotür hochnahm um ihn in das Auto zu setzen und ein großer Hund aus einem anderen auf dem Parkplatz angekommenen Auto stürzte und die beiden noch am Auto auf dem Boden neben ihr stehenden Chis überfiel.
Unsere Zwerge sitzen aus Sicherheitsgründen bei Restaurant Besuchen oder Stadtbummeln im Buggy und sind alle auf dem Arm solange wir am Auto ein oder auspacken. Vor Wegkreuzungen in Wald oder Park leinen wir an.
3.) Kein Freilauf/ Spiel mit unbekannten Hunden die bedeutend größer und schwerer sind als unsere Chis:
Die wenigsten grossen Hunde haben gelernt vorsichtig mit Zwergen umzugehen, sowas muss erst erlernt werden. Wenn der große Hund erst über unserem Chi am Boden steht kann ein Übergriff in der Regel nicht mehr verhindert werden wenn es da zwischen beiden zu einem Missverständnis kommt, der Kleine wegtippeln will oder vielleicht knurrt oder ähnliches...
Ich konnte mich damals mit meinen Beinen noch gerade so und mit viel Glück rechtzeitig zwischen unsere neugierige Emmy und die übergriffige Dogge am Strand drücken in dieser Situation und so schnell das Emmelchen auf den Arm retten...
Unsere großen Hunde lernen hier als erstes, dass spielen, toben, Nachlauf und Bodycheck den Zwergen gegenüber tabu ist, erst dann dürfen sie hier ohne Leine in Haus und Garten sein.... sie lernen auch, dass die Kleinen an der Tür Vorrang haben und nicht angerempelt werden.. allein durch das bedeutend höhere Gewicht könnten die Chis beim spielen schwer verletzt werden.
4.) "Der tut nix".... und wenns doch passiert ist "das hat der noch nie gemacht "
Niemand kann zu 100% das Verhalten des eigenen Hundes vorhersehen..., am besten gleich weitergehen und großen Bogen machen bei den "tut nix".
Und wenn es doch passiert ist, bitte unbedingt Anzeige erstatten, damit die Halter entsprechende Auflagen wie einen Maulkorb bekommen bevor der nächste Zwerg dran glauben muss.
Große Hunde die in Tötungsabsicht angreifen tun das immer wieder und Halter die das einmal nicht verhindern konnten werden das auch künftig nicht verhindern können ohne ihre Hunde anders als bisher zusätzlich zu sichern. Und eine zusätzliche Sicherung erfolgt erfahrungsgemäß nicht freiwillig und nicht ohne konstruktiven Druck von aussen. Wir finden wir haben eine Verantwortung denen gegenüber die dem Hund künftig begegnen der unsere angegriffen hat, deshalb sollte man jeden Angreifer konsequent anzeigen um weitere Angriffe zu verhindern.
5.) "Ach im Garten mit Jäger/ Maschendrahtzaun oder Hecke als Umrandung passiert den Zwergen nichts"
Doch. Leider. Nur ein 1,80 Holzzaun/ Mauer schützt vor eindringenden Nachbarhunden. Wir haben unseren Garten auch entsprechend eingezäunt nachdem unsere Emmy mit knapp 1 Jahr von einem durch unsere Thuja Hecke brechenden Setter angegriffen wurde...
Das oben beschriebene gilt natürlich für alle kleinen Hunde..
Auf dass all unsere Zwerge zu jeder Zeit ihren Bodyguard und Schutzengel dabei haben und solchen Angriff nie erleben müssen.





